SKU,   Segelkameradschaft Unterbacher See e.V.,  Duesseldorf
Törnbericht:       Unsere Reise zu den Orkneys 2009
 

 
15.05. - 29.05.2009
 
Craobh Marina
 -  Innere Hebriden
   -  Orkneys  
     -  Caledonian Kanal  

     
 
 
        Bilder-Galerie  
 
 
 Evanstar - Bavaria 38  (wo)
 
Bavaria 38

 
Törnbericht
von Wolf Ortlinghaus 
 

Die Reise zu den Orkneys
In diesem Jahr werden wir erneut die wunderschönen Küsten Schottlands mit der Segelyacht bereisen. Nach intensivem Studium der Seekarten und Revierführer geht es Mitte Mai endlich los.

Freitag, 15.05.2009
Um 04.30 Uhr fährt Wolfgang los und sammelt alle Crewmitglieder ein. Um 09.00 Uhr treffen wir mit unserem randvoll geladenen Ford Tourneo in Dünkirchen ein und fahren wenig später auf die Fähre der Norfolkline. Sie legt pünktlich um 10.00 Uhr ab. Nach gut 1.5 Stunden treffen wir in Dover ein. Nun geht es auf der Autobahn gen Norden. Gegen Abend machen wir uns auf die Suche nach einem Bett. In Dumfries, einem kleinen Ort, ca. 130 Kilometer vor Glasgow, werden wir im "The TownHouse Hotel" endlich fündig. Nach einem gemütlichen Bier im Wirtsraum unseres Hotels fallen wir todmüde ins Bett.

Town House Hotel
 Town House Hotel  (ck)

Samstag, 16.05.2009
Am nächsten Tag frühstücken wir in aller Ruhe und fahren anschließend weiter Richtung Craobh Haven. Etwa 300 Kilometer haben wir noch vor uns.
Es geht durch Glasgow und von da an über kleine Straßen nach Inveraray. In diesem wunderschönen Ort kaufen wir Gemüse, Obst und einige weitere Kleinigkeiten. Wir genießen die Fahrt durch die faszinierende Landschaft Schottlands. Gegen 13.00 Uhr treffen wir in Craobh Haven ein und nehmen unsere Evenstar, eine Bavaria 38, in Beschlag. Nach einer sorgfältigen Übernahme tanken wir noch 10 Liter Diesel. Nun sind wir sicher, dass der Tank auch wirklich voll ist.
Um 17.20 Uhr legen wir ab und segeln bei stark böigem Südost Richtung Oban. Der Windmesser zeigt zeitweise gut 30 Knoten an. Bei wenig Welle macht so das Segeln richtig Spaß. Um 20.45 Uhr machen wir in der Oban Marina auf der Insel Kerrera fest.

Insel Kerera
 Insel Kerera  (wo)  

Sonntag, 17.05.2009
Zeitig verlassen wir Oban Marina und segeln am Ladies Rock und Duart Castle vorbei in den Sound of Mull. Am Nachmittag passieren wir Point of Ardnarmuchan, den westlichsten Punkt des schottischen Festlands und ändern unseren Kurs in Richtung Sound of Sleat. Der Wind hat mittlerweile nachgelassen und auf Nord-Ost gedreht. Wir bergen die Segel und setzen die Fahrt unter Maschine fort. Wolfgang beobachtet schon seit längerem ein graues Maschinenfahrzeug, das uns folgt.
Wenig später wird von diesem Schiff ein Beiboot ausgebracht. Wir sind uns schnell einig - die wollen hinter uns her. Minuten später kommt ein schwarzes Schlauchboot mit 5 schwarz gekleideten, bewaffneten Männern längseits. "UK Border Control - May we come on board". Gegen den freundlichen Wunsch dieser Herren bei uns an Bord kommen zu dürfen, haben wir verständlicherweise keine Einwände. Freundlich aber bestimmt werden wir um unsere Pässe gebeten. Unsere Evenstar wird nach Rauschgift und Sprengstoff untersucht. Glücklicherweise haben wir nichts an Bord.
Der Steuermann des Beiboots hat sich in unserer Angelleine verfangen. So einen dicken Fisch hatten wir noch nie gefangen. Leider bleiben einige Meter Angelleine und ein schöner Köder auf der Strecke.
Wir setzen unsere Reise fort und segeln in die langsam einsetzende Dämmerung hinein. Gegen 22.00 Uhr erreichen wir die berühmte Engstelle Kyle of Lochalsh zwischen der Insel Skye und dem schottischen Festland. Bei Springzeit können hier Gezeitenströme von bis zu 8 Knoten auftreten. Nahe Nippzeit hilft uns heute der mitlaufende Strom von gut 2 Knoten die Enge zügig zu bewältigen. Wolfgang und Eugen haben die erste Wache.

Skye
 Skye  (ws)  

Montag, 18.05.2009
Um 02.00 Uhr ist Wachwechsel und Christian und ich dürfen uns um die Schiffsführung kümmern. Der Sternenhimmel glitzert über uns. Richtig dunkel ist es nicht. Einige Stunden späten erleben wir einen wunderschönen Sonnenaufgang. Wenig später haben wir das Leuchtfeuer Gubha Reidh Steuerbord querab. Nun peilen wir bereits Stoerhead das nächste große Kap. Nördlich des Kaps erstreckt sich die Eddrachillis Bay mit zahlreichen landschaftlich wundervoll gelegenen Ankerplätzen. Unser Ziel ist Kylesku. Am frühen Nachmittag machen wir an einer Mooring Tonne fest. Das Beiboot wird von Christian aufgepumpt und zu Wasser gelassen. Zu viert geht es an Land. Nach einem kurzen Spaziergang geht ein typischer schottischer Schauer nieder den wir zum Anlass nehmen in der Bar von Kylesku einzukehren.

Hotel Kylesku und Fähranleger
 Hotel Kylesku und Fähranleger  (wo)  

Dienstag, 19.05.2009
Es ist trocken und die Sonne scheint zwischen einigen Wolken hindurch. Wir schlängeln uns wieder durch Loch a'Chairn Bhain hinaus auf die offene See. Uns empfängt ein frischer West Süd West. Wir setzen Groß und Genua und Segeln am Wind an den Inseln Meal Beag und Meall Mor vorbei. Anschließend ändern wir unseren Kurs auf Nord Richtung Cape Wrath. Wir genießen den Blick der sich fortlaufend ändernden Küstenlandschaft. Sanft grün bewachsene Hügel wechseln sich mit steilen und bizarren Felsformationen ab. Dank des ruhigen Wetters können wir dicht unter Land segeln und so die Landschaft ganz intensiv wahrnehmen.
Mittlerweile haben wir die Genua ausgebaumt und segeln einen wunderbaren Vorwindkurs. Von weitem sehen wir das berüchtige Cape Wrath. Bei Starkwind und Sturm soll man einen Abstand von mindestens 5 Seemeilen zu dem Kap einhalten. Bei unserem Bilderbuchwetter können wir das Kap in einem Abstand von einigen wenigen Kabellängen passieren. Ehrfurchtsvoll schauen wir zu den hohen Felsen auf. Um das Kap herum dreht der Wind und so lassen wir die Maschine zur Unterstützung mitlaufen. Wir segeln zwischen Festland und und dem Duslic Rock hindurch und gehen anschließend wieder auf Vorwind Kurs Richtung Orkneys. Wir entdecken an der Küste wunderschöne, menschenleere Sandstrände.

Cape Wrath
 Cape Wrath  (ws)  

Mittwoch, 20.05.2009
Wir warten auf das erste Morgengrauen um in das Insel Labyrinth der Orkneys abzutauchen. Der ostwärts setzende Gezeitenstrom schiebt uns im Eynhallo Sound mit mehreren Knoten in die Inselwelt hinein. Auch mit Kartenplotterunterstützung bleibt der Weg nach Kirkwall im Halbdunkel eine spannende Aufgabe. Nur wenige Kardinaltonnen zeigen die zahlreichen Untiefen an. Wenige Stunden später legen wir in der Kirwall Marina am Gaststeiger müde und glücklich an. Unser wichtiges Etappenziel, die Orkneys haben wir erreicht.
Im Laufe des Vormittags werden wir von Willie Watters einem Mitarbeiter der Marina ganz herzlich begrüßt. Er überreicht uns wertvolle Informationen für unseren Aufenthalt auf den Orkneys. Wir bezahlen für zwei Tage 34 Pfund Liegeplatzgebühren inklusive Strom. Duschen können wir im Orkney Sailing Club für 1 Pfund. Für morgen wollen wir einen PKW anmieten um Mainland zu erkunden. Dies gestaltet sich als äußert schwierig. Alle Mietwagenanbieter vermelden unisono "Fully booked". Offensichtlich gibt es eine Großveranstaltung, zu der viele Gäste angereist sind. Zurück auf dem Schiff telefonieren wir systematisch alle uns vorliegenden Mietwagenanbieter ab. Bei Shearer & Sons, dem letzten auf unserer Liste, haben wir Erfolg. Für morgen kann er uns einen Wagen mit Automatikgetriebe für 43.60 Pfund zur Verfügung stellen.

Kirkwall
 Kirkwall  (ws)  

Donnerstag, 21.05.2009
Christian möchte uns heute den ganzen Tag als Chauffeur über die Insel fahren. Als erstes Ziel steuern wir Scapa Bay an. Bei Sonnenschein haben wir hier einen wunderbaren Ausblick auf Scapa Flow, den größten Naturhafen der Welt. Mehrere große Tanker liegen vor Anker. Wir laufen an dem wunderbaren Sandstrand der Scapa Bay entlang.
Zahlreiche Fotos später geht es weiter nach Stromness. Dieser Ort gefällt uns mit seinen malerischen Häusern und dem wunderschönen Hafen ganz besonders gut. Ein echter Höhepunkt von Mainland. An der Westküste halten wir bei Yesnaby und bewundern die beeindruckende Steilküste. Der Atlantik zeigt sich heute von seiner ganz ruhigen Seite. Nur ganz wenig Schwell läuft auf die Steilküste zu und bricht sich an den Felsen. Weiter geht es zum Ring of Brodgar kreisförmig aufgestellten Steinen.
Anschließend besichtigen wir Skara Brae eine fünftausend Jahre alte Siedlung. Diese wurde durch einem Sturm im 18. Jahrhundert freigelegt und anschließend restauriert. Skara Brae gibt wertvolle Hinweise wie unsere Vorfahren gewohnt haben. Die wichtigste Frage bleibt jedoch unbeantwortet - Weshalb wurde die Siedlung überhaupt vor 4500 Jahren von den damaligen Bewohnern aufgegeben?
Wir fahren an die Steilküste und schauen uns Wale Bones (Walknochen) an, die zu einer Skulptur aufgestellt wurden. Im Hintergrund sind die vor der Felsküste liegenden Felsen zu sehen. Eine wunderbare Perspektive für ein Foto. Leider fehlt die sonst übliche Brandung des Atlantiks. Nach einem Spaziergang entlang der Steilküste machen wir uns auf dem Heimweg nach Kirkwall. Auf der Heimfahrt werfen wir noch einen Blick auf "The Roost", der Meerenge, die wir gestern Nacht hinein gesegelt sind. Bei etwas mehr Wind kann es hier bei entsprechendem Gezeitenstrom richtig zur Sache gehen. In solch einem Fall empfiehlt unser Revierführer auf Stillwasser zu warten.

Scapa Flow
 Scapa Flow  (es)  

Freitag, 22.05.2009
Unser Ziel ist die Insel Westtray im Norden der Orkneys. Bei schwachem Wind aus West Nord West gleiten wir gemächlich durch die Inselwelt. Der Gezeitenstrom und die zahlreichen Untiefen erfordern die volle Aufmerksamkeit des Navigators. Mal wieder geht ein heftiger Regenschauer nieder. Wenig später zeigt sich im Norden schon wieder blauer Himmel. Auf unserem Weg bleibt die Insel Shapinsay an Steuer- und Egilsay an Backbord. Wir nähern uns Eday und lassen auch diese an Steuerbord liegen.
Mittlerweile scheint die Sonne und trocknet schnell unser nasses Ölzeug. Wir nähern uns der Südspitze der Insel Westray und den unbewohnten Inseln Rusk Holm, Faray und Holm of Fary. Auf Holm of Fary sollen Seehunde leben. Vorsichtig nähern wir uns der Insel und entdecken tatsächlich einige Tiere. Zahlreiche Fotos später passieren wir die nur ein Kabellänge Breite Durchfahrt zwischen Home of Fary und Westray. Wir fahren im Abstand von ca. 100 Metern an der Ostseite von Westray entlang und beobachten aufmerksam die Steilküste. Zahlreiche Seevögel haben hier ihre Heimat. Wir sind ganz glücklich, als wir auch einige der sehr scheuen Papageien Taucher entdecken.
Auf 5 Meter Wassertiefe lassen wir unseren Anker in einer Kabellänge Entfernung von Pierowall Harbour fallen. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir mit unserem Beiboot in den Hafen. Einem Fischer der gerade eingelaufen ist, kaufen wir 2 wunderschöne Hummer ab. Morgen wollen wir wieder zum schottischen Festland nach Wick. Der Wetterbericht verkündet 7 Windstärken aus Süd Ost, groben Seegang und Regenschauer. Wir wechseln die Genua gegen die Arbeitsfock und bereiten unsere Yacht auf eine ruppige Überfahrt vor.

Westray
 Westray  (ws)  

Samstag, 23.05.2009
Morgens früh um 06.00 Uhr holen wir unseren Anker auf. Unter Maschine fahren wir im Schutz der Inseln gen Süden. Der Gezeitenstrom fängt bereits an uns zu schieben. Im Sound of Faray setzen wir die Arbeitsfock und das ungereffte Groß. Die Insel Eday lassen wir an unserer Backbordseite liegen. Hoch am Wind segeln wir direkt auf die Insel Muckle Green zu. Jedoch zieht hier der Gezeitenstrom mit gut 4 Knoten in Richtung Süd Ost und so kommen wir ganz elegant ohne jegliche Wende an der Insel vorbei. Nun bekommen wir zunehmend den Einfluss der offenen See zu spüren. Wir reffen innerhalb einer Stunde dreimal und segeln mit dreifach gerefften Groß und hoch geschnittener Arbeitsfock hinaus auf das offene Meer.
Der Seegang wird zusehends gröber. Bei gut 7 Windstärken und teilweise mehr als 3 Meter Seegang bewährt sich unserer Besegelung. Ohne jegliche Anstrengung bewältigt unsere Bavaria 38 Wind und Wellen.
Wir halten auf den Pentland Firth zu. Den Ostausgang dieser berüchtigten Meeresenge gilt es zu queren. Der Gezeitenstrom setzt mittlerweile nach Westen und zieht uns mit aller Macht in den Pentland Firth hinein. Ein großes Frachtschiff schlingert gewaltig in der großen See. Wie wohl unser kleines Schiffchen für einen Betrachter von außen aussehen mag?
Zahlreiche Kreuzschläge später haben wir uns aus der Gewalt den Gezeitenstroms befreit und nähern uns dem schottischen Festland. Der Wind dreht südlich und lässt etwas nach. Um 18.00 Uhr bergen wir die Fock und segeln nur mit gerefften Groß und Maschine weiter. Der Gezeitenstrom schiebt uns gen Süden und der Seegang wird zunehmend steiler. Noss Head passieren wir offensichtlich etwas zu eng und geraten prompt in brechende Seen. Eine Welle steigt von der Seite in das Cockpit ein. Wenige Minuten später sind wir wieder in etwas ruhigerem Wasser.
Bei starkem Wind aus Süd bis Nord Ost wird von einer Ansteuerung von Wick abgeraten. Bei solchen Wetterbedingungen wird der Hafen regelmäßig geschlossen. Eine Kontaktaufnahme mit dem Hafenmeister per UKW Funk auf Kanal 14 ist nicht möglich. Offensichtlich hat er schon Feierabend. Glücklicherweise erreichen wir ihn unter seiner Telefonnummer. Der Hafenmeister verkündet uns die frohe Botschaft, dass sich Wick bei dem weiter auf West drehenden Wind sicher anlaufen lässt. Gerade als wir die Bucht von Wick anlaufen entlädt sich ein fürchterlicher Wolkenbruch. Unter Maschine geht es in den Hafen. Wir bereiten unsere Yacht im Outer Harbour zum Anlegen vor. Im Inner Harbour erwartet uns bereits der Hafenmeister und weist uns an der Kaimauer einen Liegeplatz zu. Bei mehr als 3 Meter Tidenhub lassen wir die Leinen entsprechend lang.

Duncansby Head
 Duncansby Head  (ws)  

Sonntag, 24.05.2009
Auch heute lassen wir uns bereits kurz vor fünf wecken. Erneut haben wir einen langen Schlag vor. Wir wollen bis nach Inverness zum Eingang des Caledonian Kanals. Für heute verspricht der Wetterbericht Süd West um 5, zeitweise 6 Windstärken. Der Wind kommt also mal wieder genau von vorn. Um 06.30 Uhr legen wir bei blauem Himmel ab. Das Segeln macht bei Sonnenschein und ordentlicher Welle viel Spaß. Nur wir kommen nicht so richtig in unsere Richtung. Nachmittags fliegt uns bei einem Segelmanöver noch ein Block der Großschot um die Ohren. Zum Glück ist Evenstar gut mit Ersatzteilen ausgestattet.
Nach unserer Reparatur geht es weiter Richtung Inverness. Mit vielen Kreuzschlägen und zuletzt intensiver Motorunterstützung machen wir um 23.30 Uhr in der ganz neuen Inverness Marina fest.

Wick
 Wick  (ws)  

Montag, 25.05.2009
Gemeinsam mit einer weiteren Segelyacht verlassen wir Inverness Marina und Motoren zur Seeschleuse Clachnaharry um in den Caledonian Kanal zu gelangen. Das auflaufende Wasser schiebt uns mit gewaltiger Kraft in die Richtung eines Flachs. Mit einem Vorhaltewinkel von 45° fährt unser Schiff in die gewünschte Richtung. Nach einigen Warteschleifen vor der Schleuse wird diese für uns geöffnet und wir fahren hinein. Vom Schleusenpersonal werden wir mit einer Karte des Caledonian Kanals und einem Schlüssel für die Duschen ausgestattet. Wir bezahlen 193.80 Pfund und dürfen uns jetzt eine Woche Zeit lassen auf dem Kanal und den Lochs zu segeln. Nun geht es los, wir werden geschleust. Die Ruhe und die unvergleichliche Schönheit der Landschaft begeistern uns. Wir genießen das geruhsame Dahingleiten auf dem Kanal und lassen die beeindruckende Landschaft auf uns wirken.
Nach einige weiteren Schleusen und Brücken erreichen wir Loch Ness. Wir setzen Segel und kreuzen gegen einen frischen Süd West auf. Nach 2 Stunden taucht vor uns das berühmte Urquhart Castle. Das Ziel zahlreicher Touristen bewundern wir vom Wasser aus. Nach intensiver Foto und Filmsession segeln wir weiter nach Fort Augustus. Dort angekommen stürmen wir die hervorragenden Waschräume und genießen unsere erste Dusche nach 4 Tagen.

Urquhart Castle
 Urquhart Castle  (es)  

Dienstag, 26.05.2009
Wir passieren die Schleusentreppe von Fort Augustus bei strahlendem Sonnenschein. Am Horizont tauchen jedoch die ersten dunklen Wolken auf. Wenig später gibt es den ersten Regenschauer. Sonne und Regen haben wir nun im steten Wechsel. Als wir gerade bei Sonnenschein in der Laggan Schleuse festmachen, meint ein Schotte zu uns: "Its nice between the showers".  So ist das nun mal in Schottland. Wenn es nicht regnet, haben die hier meist richtig tolles Wetter. In Loch Lochy bekommen wir dann neben Regen und Sonnenschein Starkwind mit Böen bis zu 9 Windstärken. An der Gairlochy Schleuse müssen wir uns in Geduld üben. Der Schleusenmeister hat Mittag und 2 Servicemitarbeiter nutzen die Zeit um das Schleusentor zu fetten.
Um 14.00 Uhr geht es weiter. Christian hat uns gerade eröffnet, dass er morgen seinen Kunden Highland Springs im Osten von Schottland besuchen muss und uns deshalb heute Abend verlassen wird. Dies ist schade, da wir eine sehr gut eingespielte Crew sind. Da wir keinen Nachtschlag mehr vorhaben, werden wir Evenstar auch zu dritt gut gesegelt bekommen. Während wir weiter den Kanal entlang fahren, packt Christian seine Sachen. In Corpach wird er aussteigen und mit der Bahn nach Fort Williams zu fahren.
Ein besonderer Höhepunkt des heutigen Tages ist Neptune's Staircase. 8 Schleusen in Folge sind von uns zu bewältigen. Eugen steht am Steuer und meistert auch diese Herausforderung souverän. Nach 1.5 Stunden haben wir es geschafft. Wenig später machen wir in der Seeschleuse Corpach fest. Die Schleuse öffnet sich mit einem knarrenden Geräusch und wir sind wieder auf den Weltmeeren unterwegs. Wir wollen weiter bis Port Ramsay. Um 18.35 Uhr passieren wir die Corran Narrows. Aufgrund des starken Gezeitenstroms sprudelt das Wasser links und rechts von uns heftig.


Regenbogen
 toller Regenbogen  (es)  

 
Noch liegen gut 10 Seemeilen bis zu unserem geplanten Ziel vor uns. Die Fahrt gegen den mittlerweile starken Südwest und die kurzen steilen Wellen ist recht anstrengend. Die heftigen Regenschauer tun ein Übriges um uns zu ermüden. Ein wunderschöner Regenbogen entschädigt uns für die Anstrengungen. Einige Seemeilen vor unserem ursprünglichen Ziel machen wir an Backbord im Regen ein Bojenfeld aus. Dieses gehört zu Linnhe Marine und wird kurz entschlossen von uns angesteuert. An einer freien Boje machen wir erschöpft aber glücklich fest.

Mittwoch, 27.05.2009
Um 07.45 Uhr verlassen wir bereits unsere Mooring Tonne und kreuzen gegen den frischen Südwest auf. Für heute haben wir uns wieder einen langen Schlag vorgenommen. Wir wollen zur Insel Coll. Nach einigen schönen Segelstunden biegen wir ab in den Sound of Mull. Wir lassen Tobermory an unserer Backbordseite liegen und segeln erneut hinaus auf die Hebriden See. Gegen 20.00 Uhr erreichen wir die Insel Coll und machen in Loch Eatharna an einer Mooring Tonne fest. Unsere Evenstar rollt heftig und wir müssen ganz schön aufpassen, dass unser Abendessen auf dem Tisch bleibt.

Donnerstag, 28.05.2009
Heute wollen wir nach Oban. Auf dem Weg dorthin machen wir noch einen kurzen Stopp im Loch na Droma Buidhe. Diese Bucht ist ein beliebter Ankerplatz und bietet bei allen Windrichtungen guten Schutz. Es ist das erste Mal auf unserem Törn, dass wir so viele Segelyachten antreffen!

Oban
 Oban  (ws)  

Freitag, 29.05.2009
Dies ist nun unser letzter Segeltag auf diesen abwechslungsreichen Törn. Bei launischem Südsüdost müssen wir zwischendurch unseren Motor zur Unterstützung einsetzen. Am frühen Nachmittag haben wir dann bereits unseren Heimathafen Craobh Haven erreicht.
Den Nachmittag nutzen wir um zu packen und das Schiff ordentlich zu reinigen.
Wieder einmal hat uns Schottland mächtig beeindruckt - die einzigartige Natur, die freundlichen und hilfsbereiten Menschen, das Wetter mit seinen vielen Facetten, die vielen traumhaften Orte, die wir besuchen konnten und unser zuverlässiges Schiff. Dankbar, dass alles so wunderbar geklappt hat, lassen wir den Urlaub abends im "Lord oft he Isles" ausklingen.

Lord of the Isles
 Lord of the Isles  (wo)

 

 
Fragen und Anregungen:  wolf.ortlinghaus@sku-duesseldorf.de   
 

 
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